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title: "Das MIT-Tool „VisiPrint“ ermöglicht 3D-Druck-Anwendern eine präzise Visualisierung vor der Produktion"
url: https://www.voxelmatters.com/de/das-mit-tool-visiprint-ermoeglicht-3d-druck-anwendern-eine-praezise-visualisierung-vor-der-produktion/
date: 2026-04-03
modified: 2026-04-03
lang: de
author: "Joseph Caron-Dawe"
description: "Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und kooperierender Einrichtungen haben ein Vorschau-Tool für den 3D-Druck entwickelt, das vor der Fertigung rendert, bei denen das Aussehen der Objekte im Vordergrund..."
categories:
  - "3D-Modellierung"
  - "3D-Visualisierung"
  - "AM-Forschung"
  - "AM-Software"
  - "Künstliche Intelligenz"
  - "Unkategorisiert"
tags:
  - "future"
image: https://www.voxelmatters.com/wp-content/uploads/2026/04/MIT-VisiPrint-Preview-01-press-640x427.jpg
word_count: 479
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# Das MIT-Tool „VisiPrint“ ermöglicht 3D-Druck-Anwendern eine präzise Visualisierung vor der Produktion

[Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT)](https://www.voxelmatters.com/mit-and-mfa-boston-3d-print-playable-replicas-of-ancient-instruments/) und kooperierender Einrichtungen haben ein Vorschau-Tool für den 3D-Druck entwickelt, das vor der [Fertigung rendert](https://www.voxelmatters.com/selfcad-adds-3d-rendering-capability/), bei denen das Aussehen der Objekte im Vordergrund steht. Damit soll ein häufiges Problem – Materialverschwendung durch wiederholte Neudrucke – verringert werden.

Das System heißt VisiPrint und benötigt zwei Eingaben vom Benutzer: einen Screenshot eines digitalen Entwurfs aus einer Slicer-Software – dem Programm, das zur Vorbereitung von Dateien für den 3D-Druck verwendet wird – sowie ein einzelnes Bild des vorgesehenen Druckmaterials. Aus diesen Eingaben kann VisiPrint ein Rendering erstellen, das Farbe, Glanz, Transluzenz und die Auswirkungen des Herstellungsprozesses selbst auf das Aussehen des fertigen Objekts berücksichtigt.

![MIT VisiPrint tool gives 3D printing users accurate visualization before production](https://www.voxelmatters.com/wp-content/uploads/2026/04/MIT-VisiPrint-Preview-03-340x340.jpg)

„Der 3D-Druck kann ein sehr verschwenderischer Prozess sein. Einige Studien schätzen, dass bis zu einem Drittel des verwendeten Materials direkt auf der Mülldeponie landet, oft aus Prototypen, die der Nutzer letztendlich wegwirft“, erklärte Maxine Perroni-Scharf, Doktorandin im Fachbereich Elektrotechnik und Informatik (EECS) am MIT und Hauptautorin der Veröffentlichung zu VisiPrint.

„Um den 3D-Druck nachhaltiger zu gestalten, wollen wir die Anzahl der Versuche reduzieren, die nötig sind, um den gewünschten Prototyp zu erhalten. Der Nutzer sollte nicht jedes verfügbare Druckmaterial ausprobieren müssen, bevor er sich für ein Design entscheidet.“

## So funktioniert VisiPrint

VisiPrint basiert auf dem [Fused Deposition Modeling (FDM)](https://www.voxelmatters.com/ulendo-partners-with-rev1-technologies-to-increase-fdm-speed/), der gängigsten Form des 3D-Drucks, bei der Filament geschmolzen und durch eine Düse extrudiert wird, um Objekte Schicht für Schicht aufzubauen. Das System nutzt zwei zusammenarbeitende KI-Modelle: ein Computer-Vision-Modell, das aus der Materialprobe für das Erscheinungsbild relevante Merkmale extrahiert, und ein generatives KI-Modell, das die Geometrie des Objekts berechnet und dabei den Schnittverlauf der Düse einbezieht.

Eine Tiefenkarte bewahrt Form und Schattierung und wird mit einer Kantenkarte kombiniert, die die inneren Konturen widerspiegelt und die Ausgabe steuert. „Wenn man bei diesen beiden Elementen nicht das richtige Gleichgewicht findet, kann das zu einer schlechten Geometrie oder einem falschen Schnittmuster führen. Wir mussten sehr darauf achten, sie auf die richtige Weise zu kombinieren“, sagte Perroni-Scharf.

![MIT VisiPrint tool gives 3D printing users accurate visualization before production](https://www.voxelmatters.com/wp-content/uploads/2026/04/MIT-VisiPrint-Preview-02-340x340.jpg)

In einer vom MIT-Team durchgeführten Nutzerstudie bewerteten fast alle Teilnehmer VisiPrint als das Verfahren, das im Vergleich zu konkurrierenden Methoden ein besseres Gesamterscheinungsbild und eine größere Ähnlichkeit in der Textur mit gedruckten Objekten bietet. Der Vorschau-Vorgang dauerte im Durchschnitt etwa eine Minute – mehr als doppelt so schnell wie bei allen anderen getesteten Alternativen.

## Weitergehende Anwendungsmöglichkeiten und zukünftige Arbeiten

Die Forscher identifizierten potenzielle Anwendungsbereiche in der Zahnmedizin, wo eine präzise Farbanpassung bei provisorischen Kronen und Brücken wichtig ist, sowie in der Architektur, wo eine visuelle Beurteilung von Maßstabsmodellen erforderlich ist. VisiPrint soll die funktionalen Vorschauen von Slicer-Software ergänzen, nicht ersetzen.

„‚What you see is what you get‘ war der entscheidende Faktor, der das Desktop-Publishing in den 1980er Jahren ‚ermöglichte‘, da es den Nutzern ermöglichte, auf Anhieb das gewünschte Ergebnis zu erzielen“, sagte Patrick Baudisch, Professor für Informatik am Hasso-Plattner-Institut.

„Es ist an der Zeit, WYSIWYG auch für den 3D-Druck zu nutzen. VisiPrint ist ein großer Schritt in diese Richtung.“